Eversen gewinnt Klimaschutzpreis

Preisverleihung

Eines von vielen Bienenparadiesen im Dorf - hier vor dem Haus von Marina und Christoph Lakemeyer
Eines von vielen Bienenparadiesen im Dorf – hier vor dem Haus von Marina und Christoph Lakemeyer

Wie das mit den Bienen und den Blumen funktioniert, hat man in Eversen spätestens in den vergangenen Monaten verstanden. Denn kreuz und quer im Dorf verteilt sind seit Beginn des Sommers fast 300 Quadratmeter Bienenwiese entstanden – und auch um die Ortschaft herum sprießt und erblüht es auf rund anderthalb Hektar Blühstreifen und -flächen, die die Äcker und Wiesen begrenzen. Es wachsen Kornblumen, Phacelia, wunderbar weiße Margariten, Löwenmaul, Jungfer im Grünen, Adonisröschen, Ringelblumen, Sonnenblumen und Vergissmeinnicht – allesamt Blumen, die Bienen, aber auch Hummeln und Schmetterlingen wichtige Nahrung bieten.

Und die den Eversern nun den ersten Platz beim Innogy-Klimaschutzpreis eingebracht haben. Am heißesten Tag des Jahres, wie als wollte die Welt noch einmal beweisen, dass es längst an der Zeit ist, das Klima zu schützen, erhielt Marina Lakemeyer-Behling im Namen der Everser die Urkunde überreicht und ein Preisgeld in Höhe von 600,00 Euro zugesprochen. Den zweiten Preis erhielt der Heimatverein Himmighausen, der mit Magerrasenflächen ein außergewöhnliches Biotop am Leben erhält.

Die Jury überzeugte am Eversener Projekt vor allem, dass es von so vielen Menschen im Dorf getragen wird, dass es nicht von Einzelkämpfertum erzählt, sondern von Gemeinschaft.

Begonnen hatte alles mit der Wiederbelebung des Schulgartens der Schule unterm Regenbogen; dort wurden die ersten paar Quadratmeter Bienenwiese gesät, wichtiger Lebensraum für Bienen, deren Population seit einigen Jahren einfach wegstirbt. Die Gründe dafür sind vielfältig: Krankheitserreger wie die Varoamilbe, Luftverschmutzung und Klimawandel, die Landwirtschaft mit dem Einsatz von Insektiziden, aber auch die „Versteinerung“ der Gärten sind mitverantwortlich fürs Bienensterben, das für uns alle heftige Folgen haben kann. Nicht nur, weil wir dann frühmorgens aufs Honigbrötchen verzichten müssten, ein Drittel aller landwirtschaftlichen Nutzpflanzen gäbe es nicht ohne die fleißigen Bienen, die Pollen von Blüte zu Blüte weitertragen und diese so bestäuben.

Ehre, wem Ehre gebührt: Manfred Rickhoff von Innogy (Mitte) ehrt die beiden Preisträger: Marina Lakemeyer-Behling sowie den Himmighäuser Hermann Rüther (beide mit Urkunden). Mit im Bild Nieheims stellvertretender Bürgermeister Erwin Nowak sowie einige Eversener Gäste.

Die Idee, den Bienen und am Ende doch auch sich selbst eine Freude zu bereiten durch buntgetupfte Bienenwiesen, begeisterte viele. Gaby Beckmann konnte über den Landwirtschaftsverband insgesamt 10 Kilogramm Blumensamen organisieren, die verteilt wurden – und nun Wurzeln geschlagen haben an vielen Flecken im Dorf.

Marina und alle Mitstreiter hoffen nun, dass Idee nicht mit den Bienenwiesen verdorrt – sondern dass sich noch in diesem und dann auch im nächsten Jahr möglichst viele finden, die in ihren Gärten und auf ihren Äckern den Bienen Gutes tun. Mit dem Preisgeld will Marina neues Saatgut finanzieren, mit der Schule unterm Regenbogen Insektenhotels bauen und im Herbst einen Workshop für Kinder anbieten: „Rund um die Biene.“

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