Dorfleben

Dorfleben

Ereignis-Datum: 4. Mai 1960

Das Dorfleben hat sich insbesondere in den letzten 30 Jahren erheblich geändert. Autos und Fernsehgeräte waren bis Mitte der fünfziger Jahre für viele noch ein Fremdwort. Das Geschähen in den Straßen des Dorfes wurde vielmehr durch Kuh- und Pferdegespanne, Ziegen, Gänse und Hühner geprägt. Die meisten Dorfbewohner waren in der Landwirtschaft tätig. Das Leben begann schon morgens um 4 oder 5 Uhr, wenn die Bauern und sogenannten „Ösker“ mit Pferde- oder Hundegespannen zur Milch fuhren. Besonders schwer war es in der Winterzeit, dann wurden Körbe und Stricke geflochten. Ferner wurde die Zeit zum Ausbessern der Kuh- und Pferdegeschirre genutzt. Heizungen gab es noch nicht und in den meisten Häusern war nur ein Raum, in dem sich das gesamte Familienleben abspielte, gewärmt.
Die im Sommer eingefahrene Ernte wurde mit der Dreschmaschine gedroschen, die für diese Arbeiten in die Scheune oder Deele der Bauern gezogen wurde. Bei größeren Bauern war der Dreschkasten oft mehr als eine Woche im Einsatz. Kleinere Ösker, die nicht genügend Platz im Hause hatten, „maschinten“ vor der Tür. Von den Nutzern wurde eine Dreschgenossenschaft gegründet. Bis zum Anfang der siebziger Jahre wurde noch ein Teil der Ernte in der Scheune auf dem Maschinenplatz gedroschen (heutiger Ort des Dorfgemeinschaftshauses), dann verschwanden die Dreschmaschinen aus dem Dorfgeschehen. Mobile Kornerntemaschinen (Mähdrescher) verdrängten die Arbeit mit und auf dem Dreschkasten.

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